Zum Wunschglöcklein

Wir starten die Tour 4-3 mit dem Titel „Herz-Kreislauf-Training“ aus unserem Buch „Wandern im Waldviertel“ in Groß Gerungs, einer als Erholungsort deklarierten Stadtgemeinde. Sie ist vom Ausgangspunkt Gmünd via Waldviertelbahn bzw. Bus oder alternativ von Zwettl via Bus erreichbar.
Wählen wir den Opfersteinweg (Nr. 33), um das Zentrum zu verlassen, so erreichen wir nach 1,3 km in einem lieblichen Hain das Baumtelefon, den Summstein und den Opferstein

… einen der größten Schalensteine des Waldviertels, der eine Station der Kraftarena Groß Gerungs ist.

Über einen Höhenrücken südlich des Orts Thail setzen wir fort und halten auf eine Sendestation zu, nach der am Sonnhof vorbei nach Heinreichs abgestiegen und damit die Trasse der Waldviertelbahn überquert wird. Weiter auf einer von mehreren Xundwärts-Strecken durchqueren wir Klein Reinprechts, um bald danach in einen schönen Föhrenwald einzubiegen. Die Steinformationen im Flussbett der noch jungen Zwettl und im Pierbichlwald sind beeindruckend.

Unvermittelt – 5,8 km nach dem Opferstein – stehen wir vor einem weiteren Objekt der erwähnten Kraftarena: Es ist die Klauskapelle, ein schlichter Holzbau in Form einer Unterstandshütte mit einem Glockentürmchen, das eine besondere Funktion erfüllt.

Um 1915 entstand hier ein Blockhaus, das den Besitzern der nahen ehemaligen Leinenwarenfabrik Kehrbach (1953 geschlossen) als Erholungs- und Lustbarkeitsstätte dienen sollte. Die Gastwirtsfamilie Schuster aus Harruck erwarb 1933 das einfache Gebäude. Maria Schuster widmete das Haus im Gedenken an ihren Sohn Karl, der im Krieg gefallen war, der Kirche. Das Blockhaus wurde als Kapelle adaptiert und im November 1948 dem Schweizer Schutzpatron Niklaus von Flüe geweiht, woraus sich der Name Klauskapelle herleitet. Auch die Glocke, im Volksmund als „Wunschglöcklein“ bezeichnet, wurde damals eingerichtet. Gelingt es jemandem mit einem kräftigen Zug am Seil, die Glocke genau dreimal schlagen zu lassen, so hat der Betreffende einen Wunsch frei, der auch in Erfüllung gehen soll. Das Altarbild im Inneren wurde von Hans Neumüller aus Zwettl gestaltet und stellt Bruder Klaus dar, der seine Rechte über die Menschen seiner Heimat und seine Linke über die Bevölkerung von Groß Gerungs segnend ausbreitet.

200 m nach rechts weitergegangen, gelangen wir zur Steingruppe mit dem ehemaligen Wackelstein, der 2011 infolge eines zu intensiven „Bewegungsversuchs“ abstürzte und auseinanderbrach. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. Die beruhigende Wirkung der Steine an dieser Stelle und im Flussbett sind ein bleibender Eindruck, den wir noch auf uns wirken lassen können, bevor wir den Rückweg zur Kapelle antreten.

Wie sich nun die restlichen ca. 9 km der im Buch beschriebenen Wanderroute 4-3 über Marharts, Kinzenschlag, Klein Gundholz und danach, teilweise wieder entlang des romantischen Laufs der Zwettl, …

… Richtung Hypolz und Groß Gerungs fortsetzen, wird ausführlich in unserem unerlässlichen Waldviertel-Wanderbuch beschrieben, dessen Erwerb sehr zu empfehlen ist. (shaw)


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